» Ab wann muss ich mit meinem Kind zum Zahnarzt?
» Ab wann kann mein Kind selbstständig Zähne putzen?
» Wann ist Kaugummi „zuckerfrei“?
» Kann ein verschluckter Kaugummi gesundheitsschädlich sein?
» Wie unterscheide ich Kaugummis, die sich zur Zahnpflege eignen,
von herkömmlichen?
» Soll man Kindern Fluorid-Tabletten geben?
» Ist Karies wirklich ansteckend?
» Wie hilft zuckerfreier Kaugummi, die Zähne zu reinigen?
Sobald der erste Zahn durchgebrochen ist, sollten sich Eltern Gedanken über den ersten Zahnarzt-Besuch machen. Spätestens wenn alle Milchzähne da sind, sollte der erste Besuch auch erfolgen. Grundsätzlich gilt: Je früher sich das Kind an den regelmäßigen Zahnarzt-Besuch gewöhnt, umso normaler ist dieser auch. Es ist ein großer Vorteil, wenn das Kind den Zahnarzt öfter „besucht“ und kennen lernt, bevor Probleme da sind und eine Behandlung durchgeführt werden muss. Wählen Sie eine Zahnärztin/einen Zahnarzt aus, die/der sich mit der Behandlung von Kindern auskennt und sich gerne dafür Zeit nimmt. Vielleicht ist es bei Ihrer Zahnärztin/Ihrem Zahnarzt möglich, Ihr Kind zu Ihrer Behandlung mitzunehmen, damit es sich an den Ablauf, den Geruch und die Geräte gewöhnt und merkt, dass eigentlich nichts Schlimmes passiert.
Kinder sollten erst mit der Zahnreinigung allein gelassen werden, sobald sie flüssig schreiben können (etwa mit dem zehnten Lebensjahr), da sie erst dann in der Lage sind, den Großteil der Zahnbeläge auch gründlich zu entfernen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist es wichtig, dass Eltern „nachputzen“. Um den Kindern das Zähneputzen beizubringen, sollten diese von Anfang an eine eigene altersgerechte Kinderzahnbürste zum Üben bekommen. Für die richtigen feinmotorischen Bewegungsabläufe empfiehlt sich auch eine „Lernzahnbürste“. Diese hat einen längeren Stiehl, damit Mama oder Papa die Zahnbürste gemeinsam mit dem Kind halten und die Bewegungen koordinieren können.
Ein Kaugummi darf nur dann als „zuckerfrei“ bezeichnet werden, wenn er die hierfür geltenden strengen europäischen und österreichischen Vorschriften erfüllt. Zuckerfreier Kaugummi ist für die Zähne keineswegs schädlich, ganz im Gegenteil: durch die Anregung des Speichelflusses beim Kauen wird der „Selbstschutz“ im Mund aktiviert, und das Risiko der Entstehung von Karies kann bei regelmäßigem Genuss zusätzlich zum zweimal täglichen Zähneputzen um bis zu 40% verringert werden. Trotzdem schmeckt Kaugummi für Kinder angenehm süß und ist damit eine echte Alternative zu Süßigkeiten.
Mittlerweile gibt es auch Zahnpflege-Drops mit Xylit. Xylit ist ein in der Natur vorkommender Zuckeraustauschstoff, der eine ähnliche Süßkraft wie Zucker hat, jedoch von Plaquebakterien nicht verarbeitet werden kann.
Grundsätzlich sollte Kindern erst Kaugummi angeboten werden, sobald sie den Unterschied zwischen Essen (also Schlucken) und Kauen verstehen. Trotzdem macht es nichts, wenn einmal ein Kaugummi verschluckt wird. Entgegen dem Aberglauben, dass dieser im Magen liegen bleibt und steinhart wird, wird dieser in der Regel einfach auf normalem Weg wieder ausgeschieden.
Zur Zahnpflege für zwischendurch ist ausschließlich zuckerfreier Kaugummi geeignet. Zusätzlich gibt es zuckerfreien Kaugummi mit Mikrogranulaten, der die Zähne spürbar reinigt sowie Drops mit Xylit (einem in der Natur vorkommenden Zuckeraustauschstoff), das von den Plaquebakterien nicht verarbeitet werden kann.
Auf der Verpackung der unterschiedlichen Kaugummi-Sorten sind Hinweise bzgl. der zahnfreundlichen Inhaltsstoffe angebracht. Weitere Informationen zu Wrigleys Angebot an Kaugummis zur Zahnpflege finden Sie auch hier.
Fluoride schützen die Zähne vor den Säuren der Bakterien in der Mundhöhle und unterstützen die Wiedereinlagerung von Mineralien in den geschädigten Zahnschmelz. Nach den neuesten Erkenntnissen ist es nicht notwendig, Kindern Fluorid-Tabletten zu verabreichen. Grundvoraussetzung dafür ist jedoch die Verwendung einer fluoridierten Kinderzahnpasta. Dabei ist es unbedenklich, wenn kleinere Kinder die Zahnpasta in geringen Mengen verschlucken. Zusätzlich zur Zahnpasta sollte nach dem ersten Lebensjahr fluoridhaltiges Speisesalz beim Kochen verwendet werden. Die Verwendung dieses Salzes empfiehlt sich als zusätzliche Zahn-Prophylaxe für die ganze Familie.
Karies ist eine Infektionskrankheit und damit auch ansteckend. 80% der Kinder werden von ihren Eltern in den ersten 18 Lebensmonaten angesteckt, da zu dieser Zeit die schützende Mundflora des Kindes noch nicht vollständig ausgebildet ist. Die häufigsten Übertragungswege sind abgeschleckte Schnuller (zur „Reinigung“ durch die Eltern) und von Eltern und Kind gemeinsam benutztes Besteck. Bitte vermeiden Sie diese Fehler unbedingt. Selbstverständlich sollte auch jedes Familienmitglied eine eigene Zahnbürste haben, Kinder sollten die Zahnbürsten untereinander keinesfalls (ver)tauschen.
Das Kauen von zuckerfreiem Kaugummi regt nicht nur zur vermehrten Speichelbildung (bis um das Zehnfache) an, sondern sorgt damit auch für eine Vorreinigung der Zähne und eine schnelle Neutralisation der Plaque-Säuren. Außerdem wird die Remineralisierung der Zähne und die Reduzierung des Kariesrisikos unterstützt!